Über uns

Paul und Elisabeth – zwei Eltern, zwei Kinder, ein besonderer Alltag voller Gefühle, die man nur kennt, wenn man selbst mittendrin steckt.

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Wir sind Paul und Elisabeth

Ich bin Paul, Fachkrankenpfleger für Intensiv- und Anästhesiepflege und ehemalige Stationsleitung. Meine Frau Elisabeth ist Grundschullehrerin mit jahrelanger pädagogischer Erfahrung.

Zusammen haben wir zwei wundervolle Kinder: Finn (7 Jahre) und Lena (4 Jahre). Und wir gehen unseren ganz eigenen Familienweg.

Wir sind keine Therapeuten aus dem Lehrbuch. Keine Experten von außen. Wir sind Eltern. Eltern, die jeden Tag neu lernen, was es bedeutet, ein Kind mit Autismus und ADHS zu begleiten.

Diese Seite ist nicht entstanden, weil wir „alles im Griff" haben. Sondern weil wir jeden Tag versuchen, es ein kleines Stück besser zu machen.

Der Moment, als alles einen Namen bekam

Finn ist 7 Jahre alt und hat Autismus und ADHS. Die Diagnose kam, als er 4 war.

Vielleicht kennst du diesen Moment auch. Dieses merkwürdige Gefühl aus Erleichterung und Überforderung gleichzeitig. Endlich Klarheit – aber auch neue Fragen. Neue Sorgen. Und manchmal das Gefühl: Wo fange ich jetzt überhaupt an?

Vier Jahre lang haben wir gespürt: Irgendwas ist anders. Nicht schlimm. Nicht falsch. Nur anders. Intensiver. Ungefiltert. Überwältigend – für Finn und für uns.

Bei uns hat die Diagnose vieles verändert. Unseren Blick auf Finn. Unsere Erwartungen. Die Art, wie wir den Alltag gestalten. Aber vor allem hat sie uns geholfen zu verstehen: Es liegt nicht an uns. Und es liegt nicht an ihm. Es ist einfach so, wie es ist.

Vielleicht kennst du das

Du erklärst etwas ganz genau. Ruhig. Mehrmals. Und trotzdem eskaliert es – scheinbar aus dem Nichts.

Du bereitest einen Übergang vor, kündigst ihn an, zählst herunter – und trotzdem kommt der Meltdown. Nicht, weil dein Kind „nicht will", sondern weil es einfach zu viel ist.

Du gehst einkaufen mit einem mulmigen Gefühl, weil du nicht weißt, ob es gut geht. Und wenn es gut geht, bist du erschöpft – obwohl andere sagen würden: „War doch nur kurz im Supermarkt."

Du sitzt abends auf dem Sofa und fragst dich: Habe ich heute irgendetwas richtig gemacht?

Du liebst dein Kind unendlich. Und gleichzeitig bist du müde. Richtig müde.

Die Gefühle, über die kaum jemand spricht

Da ist diese ständige Anspannung. Dieses innere Scannen: Wie ist die Stimmung gerade? Kippt es? Muss ich eingreifen?

Als Intensivpfleger bin ich gewohnt, zu beobachten, zu antizipieren, schnell zu reagieren. Aber zu Hause ist das anders. Hier geht es nicht um Vitalwerte, sondern um Gefühle. Um Bedürfnisse, die Finn selbst oft nicht benennen kann. Und manchmal ist auch meine professionelle Distanz einfach nicht mehr da – weil es mein Sohn ist.

Elisabeth sieht vieles durch die Lehrerinnenbrille. Sie versteht, wie Kinder lernen, wie sie Strukturen brauchen, wie wichtig klare Sprache ist. Aber auch sie kommt an Grenzen – wenn die Methoden aus der Schule zu Hause nicht funktionieren. Wenn Finn nicht „der Schüler" ist, sondern ihr Sohn. Und wenn der Unterschied zwischen professionellem Wissen und elterlicher Hilflosigkeit plötzlich riesig wird.

Da sind Schuldgefühle. Weil man genervt ist. Weil man manchmal denkt: Ich kann gerade nicht mehr. Und dann kommt die Stimme im Kopf: Aber ich bin doch der Erwachsene. Ich müsste das doch schaffen.

Da ist Trauer. Nicht um das Kind – sondern um die Vorstellungen, die man leise loslassen musste. Der spontane Besuch im Café. Der entspannte Kindergeburtstag. Das „einfach mal schauen, wie es läuft".

Da ist Wut. Auf die Situation. Auf das System. Auf Menschen, die es nicht verstehen – oder nicht verstehen wollen.

Und da ist auch Stolz. Auf Dinge, die andere nie sehen würden: Ein gemeisterter Übergang. Ein ruhig überstandener Schulmorgen. Ein Tag ohne Eskalation. Ein Lächeln, wenn man es am wenigsten erwartet.

Was niemand vorher sagt

Dass du Dinge googeln wirst, von denen du nie gedacht hättest, dass sie ein Thema werden. „Wie erkläre ich meinem Kind einen Meltdown?" „Was mache ich, wenn mein Kind sich selbst verletzt?" „Warum funktioniert Belohnung nicht?"

Dass du dich manchmal wie ein Übersetzer fühlst – zwischen deinem Kind und der Welt. Zwischen deinem Kind und der Schule. Manchmal auch zwischen dir und deinem Partner, weil ihr unterschiedlich damit umgeht.

Dass du lernst, in Sekunden zu entscheiden: Jetzt durchziehen oder abbrechen? Und dass du dabei oft falsch liegst – aber trotzdem entscheiden musst.

Dass Termine zu Marathonläufen werden. Jugendamt. Kinderarzt. Therapeut. SPZ. Schule. Formulare. Anträge. Warten.

Dass du anfängst, kleine Siege zu feiern. Weil sie verdammt viel wert sind.

Warum es diese Seite gibt

Diese Seite ist aus unserem eigenen Bedarf entstanden. Aus Situationen, in denen wir dachten: Warum sagt einem das eigentlich niemand?

Aus Momenten, in denen wir uns allein gefühlt haben. Missverstanden. Oder nicht ernst genommen.

Aus der Erfahrung, dass Ratgeber oft an der Realität vorbeigehen. Weil sie zu theoretisch sind. Zu perfekt. Zu weit weg vom echten Alltag.

Elisabeth bringt ihre pädagogische Sicht ein – sie weiß, wie Kinder lernen, wie sie Geschichten verstehen, was sie brauchen, um sich gesehen zu fühlen. Ich bringe die Strukturiertheit aus der Pflege mit – klare Abläufe, Notfallpläne, Beobachtung. Aber vor allem teilen wir unsere Erfahrungen als Eltern.

Hier teilen wir das, was sich bei uns bewährt hat. Ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Ohne Perfektion. Aber ehrlich.

Wenn du beim Lesen merkst:
„Ja. Genau so fühlt sich das bei uns auch an."
Dann bist du hier richtig.

Von Eltern für Eltern

Wir glauben nicht an Patentrezepte. Aber wir glauben an Erfahrung.

An kleine Anpassungen, die den Alltag spürbar leichter machen können. An Strukturen, die Sicherheit geben. Und an den Wert, nicht alles allein aushalten zu müssen.

Diese Seite richtet sich an Eltern, Freunde und Großeltern. An alle, die denken: „Ja, genau so fühlt sich das bei uns auch an."

Vielleicht helfen unsere Erlebnisse, Ideen und Entscheidungen dabei, den eigenen Familienalltag besser zu verstehen oder ein kleines Stück entspannter zu gestalten.

Diese Seite soll kein weiterer Ort sein, an dem man sich vergleicht oder bewertet fühlt. Sondern ein Ort, der sagt:

Du bist nicht allein.
Du machst das besser, als du denkst.
Und es ist okay, wenn nicht alles klappt.

Was du hier findest

Erfahrungsberichte aus unserem Alltag. Keine Theorie, sondern gelebte Praxis.

Strukturen und Routinen, die uns helfen – vielleicht helfen sie dir auch.

Ehrliche Worte über die schwierigen Momente. Weil sie dazugehören.

Und vor allem: Die Botschaft, dass du nicht perfekt sein musst. Dass Scheitern okay ist. Dass Erschöpfung keine Schwäche ist.

Willkommen. Schön, dass du hier bist.