Erschöpfung erkennen

Warum Kraftmanagement überlebenswichtig ist

Wir haben als Eltern sehr schnell gemerkt: Die Einteilung unserer Kräfte ist eine der wichtigsten Ressourcen, die wir überhaupt haben.

Deshalb haben wir früh begonnen, uns abends und nachts abzuwechseln, wenn ich zu Hause war. Wenn der eine konnte, hat der andere geschlafen.

Alles, was organisatorisch Kraft gekostet hätte, haben wir vereinfacht.

Essen wurde online bestellt. Besorgungen ausgelagert. Entscheidungen reduziert.

Nicht aus Bequemlichkeit, sondern aus Notwendigkeit.

Dauerzustand Überforderung

Bei Finn war es so, dass er bis etwa zum vierten Lebensjahr maximal zwei Stunden am Stück geschlafen hat.

Gleichzeitig konnte man ihn keine Minute aus den Augen lassen.

Daueranspannung. Tag und Nacht.

Mit der Geburt von Lena änderte sich alles – aber nicht zum Besseren.

Noch weniger Ruhezeiten. Ich im Schichtdienst. Meine Frau in einer 80-Prozent-Stelle.

Es kam der Punkt, an dem es einfach nicht mehr ging.

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Wenn das System kippt

Zu Hause gab es nur noch Geschrei. Alle haben darunter gelitten. Kinder wie Erwachsene.

Erst als wir die Reißleine gezogen haben, konnte sich etwas verändern.

Ich bin beruflich einen Schritt zurückgegangen. Meine Frau hat ihre Arbeitszeit auf einen Tag pro Woche reduziert.

Das war keine komfortable Entscheidung. Aber eine notwendige.

Rückblickend denke ich: Das war auch der Schritt, der unsere Beziehung erhalten hat.

Erschöpfung benennen dürfen

Heute handhaben wir es anders.

Wir sagen klar: „Ich kann nicht mehr." „Ich brauche 20 Minuten."

Und wir versuchen, das in den meisten Fällen auch umzusetzen.

Einer von uns nimmt dann die Kinder und geht mit ihnen raus – in den Wald, auf den Spielplatz oder einfach weg von zu Hause.

Der andere kann schlafen, runterfahren oder einmal komplett resetten.

Zeitweise geht Lena zu einer Freundin, oder der Opa kümmert sich um Finn.

Auch eine bewusste Fernsehzeit für die Kinder schenkt uns manchmal ein kleines Stück Ruhe.

Unsere wichtigsten Strategien

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Das sagt die Wissenschaft

Elterliche Erschöpfung ist bei Familien mit Kindern im Autismus-Spektrum signifikant erhöht.

Studien zeigen, dass chronischer Schlafmangel und dauerhafte Überforderung zu:

führen können.

Gleichzeitig belegt die Forschung, dass klar definierte Erholungszeiten, geteilte Verantwortung und soziale Unterstützung entscheidend zur Stabilisierung des Familiensystems beitragen.

Selbst kurze, regelmäßig eingeplante Pausen haben nachweislich einen positiven Effekt auf Stressregulation und Belastbarkeit.

Quellen (Auswahl):
Hastings et al. (2005)
Weiss et al. (2014)
Karst & Van Hecke (2012)
World Health Organization – Burnout

Ein Gedanke zum Schluss

Regeneration ist kein Luxus. Sie ist Voraussetzung.

Mein persönlicher Tipp: Sprecht klar ab, wann, wer und wie Pause hat.

Denn wenn ihr als Eltern zerbrecht, zerbricht auch das System.